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Oranienburger Generalanzeiger 13.07.2010
Von Jörg Tägder
Liebenberg * Erneut wurden am Sonnabend in Liebenberg die Stühle knapp. Das dritte Konzert des "Liebenberger Musiksommers" lockte mehr Besucher als erwartet,

Marianne Boettcher, Professorin und Leiterin einer Geigenklasse an der Universität der Künste in Berlin, konzertierte mit Domenica Reetz (Harfe) in der "Sommergalerie". Mit ihrer Musik spannten beide einen Bogen vom Barock über die Romantik bis zur Moderne. Der Reiz glanzvollen Zusammenspiels beider Instrumente übertrug sich schon mit Vivaldis Andante und Allegro h-Moll auf die Zuhörer. Vor der Pause begeisterten sie ihre Zuhörer noch mit Massenets Meditation aus "Thais" und Werken von Johann Sebastian Bach und Louis Spohr und verwandelten den ehemaligen Pferdestall in einen exklusiven Konzertsaal.

Den zweiten Teil eröffneten Marianne Boettcher und Domenica Reetz mit wundervollen "Klangblumen", einem zeitgenössischen Werk der Komponistin Barbara Heller. Danach spielten sie Stücke von Rossini und Camille Saint Saëns. Von Maria Therese von Paradis, einer geschätzten Mozart-Schülerin, erklang "Sicilienne", ein Werk, das kaum jemand kannte und dennoch begeisterte. Unbekannt war auch "Labeille" des falschen Franz Schubert. Von dem aus Dresden stammenden Namensvetter des berühmten Romantikers ist nur dieses eine Stück überliefert.
Der gute Mann habe sich zeitlebens über den "Hungerleider aus Wien" aufgeregt, gaben die Musikerinnen eine interessante Randnotitz der Geschichte zum Besten.

Die beiden Virtuosinnen überraschten ihre Gäste immer wieder mit bekannten und weniger bekannten Stücken. Erst nach einer Zugabe endete schließlich das umjubelte Konzert.

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