Marianne Boettcher    Pressestimmen
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NMZ März 2008
Erfolg für Berliner Komponisten

Marianne Boettcher (Violine) und Kensei Yamaguchi (Klavier) im Konzerthaus Berlin
Seit mehreren Jahren veranstaltet das Studio Neue Musik des Tonkünstlerverbandes Berlin unter Leitung von Gabriel Iranyi interessante Konzerte mit Neuer Musik, die längst einen festen Platz im Berliner Musikleben eingenommen haben.

Im letzten Konzert, einem Duoabend für Violine und Klavier, konnten wir mit Marianne Boettcher und Kensei Yamaguchi zwei Künstler erleben, die über eine reiche Erfahrung mit zeitgenössischer Musik und bereit sind, ihre Musikalität und technische Meisterschaft in den Dienst neuer Kompositionen zu stellen.

In exzellenten Interpretationen wurden sieben Werke vorgestellt. Vier von ihnen waren Uraufführungen, die eigens für dieses Konzert geschrieben worden waren.

Der Abend begann mit Karl Heinz Wahren (Mitbegründer der Gruppe Neue Musik und Ehrenpräsident des Deutschen Komponistenverbandes), mit seinem "Duo Concertante für Violine und Klavier", das er 1980 für Marianne Boettcher komponiert hatte. Ein für beide Instrumente sehr virtuoses Werk.

Die erste Uraufführung des Konzertes "Wie die knisternde Nacht" (1007) von Stefan Lienenkämper war ein sehr sensibles Werk für Piano solo und überzeugte mit dem Versuch, zerstörte Ruhezustände aufzubauen, zu zerstören und wieder neu herzustellen. Es lag eine tiefe Ruhe im Raum, die alle Hörer berührte.

An diesem spürbaren Erfolg war Kensei Yamaguchi in hohem Maße beteiligt. Seine Sensibilität und differenzierte Anschlagskultur wie auch seine Kraft,mit großem Klangreichtum zu überzeugen war beeindruckend und zeigte seine pianistische wie interpretatorische Könnerschaft.

Auch Frank Hill komponierte sehr stimmungsvolles Werk. Wir hörten "Wach für Violine und Klavier" (2007), eine konsequent erdachte Symbiose, die klassisch-romantische Elemente wie auch solche der Jazz- und Popmusik in eine originelle Einheit neu zu verbinden wusste. Ein dankbares Werk für beide Interpreten. Helmut Zapfs "Romanze" (1985), für Marianne Boettcher und Kensei Yamaguchi geschrieben, ist ein leidenschaftlich intensives Werk, das von den Interpreten Klangschönheit wie auch avantgardistische Spieltechniken erfordert. Höhepunkt des Werkes ist eine außerordendtlich virtuose Solokadenz der Violine, auf die der Pianist mit großen Klangsprüngen antwortet. Beide Interpreten spielten sich hier virtuos die Bälle zu, was vom Publikummit Freude honoriert wurde.


Marianne Boettcher mit Kensei Yamaguchi
Foto: -so- (2003)
Gabriel Iranyis "Innenzeit III - Hommage à Walter Benjamin" (2004) folgte nach der Pause und war der kompositorische Höhepunkt des Abends. Iranyis Musik zieht den Hörer in den Bann, mit zu atmen, mit zu denken und mit zu fühlen., die vier kurzen Sätze, die attacca auf einander folgen, tragen Titel Benjaminscher Zitate. Durch die Reduktion auf den Kern der Themen gelingt es Gabriel Iranyi , ein mitreißende, dichte Aussage zu schaffen.

In ihrem Solostück für Violine "Dualis" (2006), einer weiteren Uraufführung, zeigt Susanne Stelzenbach eine perfekte Beherrschung der neuesten Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten der Violine und präsentierte damit ein gut konzipiertes Solowerk, das Marianne Boettcher mit der Perfektion und Hingabe, die wir von ihr kennen, dem Publikum nahe bringen konnte.

Rene Hirschfeld, mehrfacher Preisträger internationaler Kompositionswettbewerbe, bot schmissige und kenntnisreich komponierte Tangos, die ebenfalls als Uraufführungen den Abend beschlossen. Marianne Boettcher und Kensie Yamaguchi legten sie hinteißend auf das Parkett, das Publikum konnte sich mit Freude dem wunderbaren Klang der Landolfi-Violine (gebaut 1754) hingeben.

Die sieben Komponisten waren anwesend und konnten den dankbaren Beifalls des Publikums gemeinsam mit den Interpreten entgegennehmen.

Auf das nächste Konzert in dieser Reihe kann man sich schon heute freuen.

Elka Mascha Blankenburg

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